Die besten Gründe, die für bargeldloses Zahlen in der Coronakrise sprechen

In Deutschland gab es lange das Ansinnen, nur mit Bargeld zu zahlen. Viele verweigerten sich der Kreditkarte oder gar den neuen Apps, mit denen das Zahlen einfach über das Handy oder die Smart-Watch möglich ist. Nun, nachdem das Virus die ganze Welt geändert hat, zeigt sich, dass die Deutschen immer öfters mit der Karte oder dem Handy bezahlen. Bahnt sich wohlmöglich schneller ein Weg zum Wegfall von Münzen und Scheinen an?

Schon seit einigen Jahren arbeitet die EU daran, das Bargeld ganz abzuschaffen. Das wäre Fluch und Segen zugleich. Der Staat hätte komplette Kontrolle und Banken brauchte es dann nicht mehr. Bargeld ist ohnehin viel zu teuer. Alleine der Transport der Scheine und der schweren Münzen verursacht so hohe Kosten, das es sich kaum lohnt. Bisher war es für die EU schwierig, diesen Plan umzusetzen. Nur einige EU-Länder verhielten sich brav und vergraulten Münzen und Scheine nach und nach aus dem Alltag.

Bargeld ist zu teuer

Die Bereitstellung in Deutschland (Geltautomaten, Einzelhandel, Banken, etc.) lohnt kaum. Barzahlung war bisher der liebste Freund in Deutschland. Dass die Angst durchaus begründet ist, zeigte sich damals in Griechenland. Bei der Staatspleite wurden Devisenkontrollen eingeführt. In der Hitzephase gab es nur noch 50 Euro am Automaten. Überweisungen ins Ausland waren untersagt. Die Maßnahmen waren lückenhaft, da viel Bargeld im Umlauf war. Würde man das Bargeld abschaffen, wären Devisenkontrollen zu 100 Prozent möglich.

Die Herstellungskosten von Münzen sind noch übersichtlich. So kostet 1 Cent zum Beispiel in der Herstellung um die 1,65 Cent. Für das Drucken und Prägen von Scheinen und Münzen entstehen jährlich Kosten von fast 75 Millionen Euro. Der größte Teil fällt aber für Transport, Bereitstellung und Einsammlung ab. Das Geld muss zum Einzelhandel, zu den Geldautomaten und wieder zurück transportiert werden. Das verschlingt fast 6 Milliarden Euro jährlich und einen enormen Personalaufwand, wobei ein Großteil der Einzelhandel zu tragen hat. Alleine die Prüfung der Scheine auf Echtheit kostet pro Jahr um die 660 Millionen Euro.

Bargeldlose Zukunft bald Realität?

Bringt uns Corona näher an diese Zukunft oder ist das alles nur ein kurzweiliger Akt, bedingt durch Angst und Hysterie? Diese Frage kann nicht eindeutig geklärt werden. Solange wir nicht wissen, ob nach dem Virus eine Wirtschaftskrise droht, bleibt die Antwort ungewiss. Fakt ist aber, die Ablehnung von bargeldlosem Zahlen ist bei den Deutschen besonders ausgeprägt. Im Online-Shop ist für uns die Kartenzahlung längst Gewohnheit und wird ohne Fragen akzeptiert. Die besten landbasierten Casinos, die eben auch auf solche Zahlungen setzen, haben enormen Zulauf.

Doch im Handel, also in den Geschäften vor Ort, wird weiterhin (wenn wir die Corona Krise einmal außen vor lassen) liebend gerne mit Bargeld bezahlt. Bei den Schweden ist es genau andersherum. 80 Prozent bezahlen dort digital. Somit ist die Krise nur eine Momentaufnahme und wie schnell die bargeldlose Zukunft Realität wird, hängt von der Zeit danach ab.

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